[1] Dekan, Senior und Kapitel des Georgenstifts zu Altenburg berichten Kf. Friedrich und Hz. Johann über ein Gespräch, das sie mit ihrem Propst [Johann von Kitzscher] auf dem Generalkapitel am 8. September 1513 geführt haben. Sie fordern vom Propst, der sich zum Nachteil des Stifts an anderen Orten aufhält, wieder in Altenburg zu residieren. Dies lehnt der Propst jetzt und für die Zukunft ab. [2] Da aufgrund der Abwesenheit des Propstes das Propsteigebäude verfällt und anderer Schaden entsteht, können sie den Zustand nicht mehr dulden. Zudem droht der Propst, die Statuten und Gewohnheitsrechte des Stifts vom Heiligen Stuhl teilweise aufheben (derogiren) zu lassen. [3] Um einem Streit mit dem Propst zu entgehen, bitten die Stiftsherren den Kf. und den Hz., einen neuen geeigneten Kandidaten für das Amt vorzuschlagen. Sie verpflichten sich ihrerseits, dafür zu sorgen, dass der jetzige Propst seine Stelle und Pfründe gegen eine angemessene Abfindung abtritt.
Zitierempfehlung:
Nr. 71. In: Briefe und Akten zur Kirchenpolitik Friedrichs des Weisen und Johanns des Beständigen 1513 bis 1532. Reformation im Kontext frühneuzeitlicher Staatswerdung. Online-Edition: http://bakfj.saw-leipzig.de/print/71 [Datum des Zugriffs: 18.07.2019]
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