Die fsl. Räte bitten den Siegler zu Erfurt, auf die geistliche Beschwerung des Jobst von Boyneburg zu verzichten, der sich bei Kf. Friedrich und Hz. Johann über die geistliche Gerichtsforderung des Seifried Utzberg beschwert hat. Der Fall belangt eine weltliche Sache.

Dy durchleuchtigsten und durchleuchtigen hochgeborne fursten und hern, hern Friderichen churfursten etc. und hern Johansen gebruder, hertzogen zu Sachssen etc. unser gnedigst und gnedig hern, hat Jobst von Boyneburg yrer churfurstlich und furstlich gnaden untertan mit schriften angesucht und sich gaistlicher gerichtsforderung halben, der sich doctor Seifridt Utzberg gegen ym umb weltlich schuldt unterstanden, beclagt, wie ir auß herinligender schrifft vornemen werdet. Weil denn dy sach weltlich schuldt belanget, auch dem Utzberg ordenlich recht nit gewegert, habt ir zubedencken, das in disen und andern sachen billich unterlassen blieben wurde, unnser gnedigsten und gnedigen hern untertanen, weil recht nit gewegert wirdet, mit gaistlichen gerichtszcwengen zubedrengen. Darumb thun wir an euch gesynnen, ir wollet dy gaistlich beswerung fallen lassen und gedachten doctor Utzberg weisen, uns den scheyn seiner anforderung zuubersenden, bestimbts von Boyneburg antwurt darauf zuvernemen. Sal zcimlicher weise darein gesehen werden, das ym dasjhenig, so er von billikeit wegen haben sal, volge und nit vorenthalten werde. Des wollen wir uns also gentzlich zu euch versehen. Des euer antwurt.
Zitierempfehlung:
Nr. 26. In: Briefe und Akten zur Kirchenpolitik Friedrichs des Weisen und Johanns des Beständigen 1513 bis 1532. Reformation im Kontext frühneuzeitlicher Staatswerdung. Online-Edition: http://bakfj.saw-leipzig.de/print/26 [Datum des Zugriffs: 05.04.2020]
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